Alle Beiträge von Mario Herger

Von Clever & Smart zu Tilg & Aschbacher – Wie Krisen Inkompetenz schonungslos offenlegen

Wann immer die Rettung der Welt vom Trans-Internationalen Agentenring (T.I.A.) abhängig ist, holt sich der Leiter Mister L. seine zwei „besten“ Agenten, auch wenn er sie am liebsten gar nicht einberufen wollte. Mortadelo & Filemon, bei uns besser als Clever & Smart bekannt, sind neben Johnny English wohl die beiden unfähigsten Geheimagenten, die die Welt je kennen gelernt haben. Den Schurken wird vor allem deshalb das Handwerk gelegt, weil sie nicht mit der verheerenden Kraft der natürlichen Dummheit der auf sie angesetzten Agenten rechnen. Ein Phänomen, mit dem sich der bereits verstorbene Berkeley-Professor Carlo M. Cipolla Zeit seines Lebens beschäftigt hat.

Man vergisst dabei leicht, dass Inkompetenz auch an ganz prominenten Stellen bei Unternehmen und in Regierungsämtern vorkommen. in normalen Zeiten mag das kompetenten Personen durchaus offensichtlich sein, aber zu wenig Konsequenzen führen. Donald Trump in den USA oder Boris Johnson in Großbritannien haben es bekanntermaßen nicht so sehr mit Kompetenz, aber dafür mehr mit Populismus und Ängste schüren an die Spitze geschafft.

Sobald aber eine echte Krise, wie in der Form des Coronavirus, auftritt, die kompetentes und informiertes Handeln notwendig macht, und wo viele Menschenleben auf dem Spiel stehen, ist es aus mit diesen Personen. Eine Krise legt brutal und schonungslos die Inkompetenz von Führungspersönlichkeiten offen.

Ein Beispiel aus heimischen Gefilden machte Anfang dieser Woche Schlagzeilen. Nachdem hunderte Skitouristen aus Tiroler Skigebieten in ihre Länder heimkehrten und dort positiv auf COVID-19 getestet worden waren (hier eine Zusammenstellung der Ereignisse), war Feuer am Dach in Tirol und Österreich. Was liegt näher, als den Tiroler Landesrat für Gesundheit, Bernhard Tilg von der ÖVP, ins Nachrichtenstudio einzuladen und seine Meinung dazu zu hören und die Maßnahmen zu besprechen?

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Von Dunning-Kruger zum viel schädlicheren Trump-Pence-Effekt

In einem Film, der als Hommage an alte Science Fiction-Filme und B-Movies gedacht war, attackieren Außerirdische die Erde und richten unter den Menschen ein Massaker an. Der amerikanische Präsident ist sich mit seinen Beratern nicht ganz eins, wie die richtige Vorgehensweise sein soll, vor allem sollen die Umfragewerte des Präsidenten darunter nicht leiden. Die Reaktionen auf die Invasion sind somit zögerlich, unkoordiniert, und letztendlich auch für den Präsidenten und seinen Stab tödlich.

Der Film Mars Attacks! von Tim Burton aus dem Jahr 1996, mit Jack Nicholson in der Rolle des amerikanischen Präsidenten, war zwar kein Kassenerfolg, aber er parodierte den politischen Alltag der USA gekonnt. Er stellt eine Welt da, die so nicht in der Wirklichkeit vorkommen kann. Oder doch?

Man ersetze das Wort Außerirdische mit dem Wort Coronavirus, und wir haben den Salat. Und nicht nur das, die Lage ist tatsächlich noch übler, als der Film in seiner parodistischen Überzeichnung darstellen wollte.

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Ein Lord als Streifenpolizist

Das Leben als Lord, der dank des großzügigen Familienerbes nicht darben muss, stellen wir uns als ein bequemes vor. In der Früh, also eher zu Mittag, werden wir vom Butler geweckt, der uns das Frühstück ans Bett mit der Morgenzeitung serviert, und wir müssen nach ausgiebigen Genuss nur mehr in die bereitgelegte und gebügelte Kleidung schlüpfen, um dem Polo, der Fuchsjagd oder dem Spaziergang zu frönen.

Weit gefehlt! Der junge und hinter den Ohren noch grüne Lord Harold – der Zwölfte dieses Namens – ist ein Beispiel für Nobilität mit einer Leidenschaft. Seine gilt der Polizei, und dort will er hin. Und nicht nur in irgendeinen Rayon, wo es einem Lord gebührend verhältnismäßig gesittet zugeht, sondern er sucht nach einem Posten ganz gezielt im übelsten Stadtteil, Blackchurch, an. Sein Wunsch wird im gewährt und er ist dabei einem Geheimnis auf der Spur, die ihn zu mysteriösen Todesfällen führt, eine Polizeistation die eine Abmachung mit den Schurken zu haben scheint, und einem undurchschaubaren Gleichgewicht zwischen Schurkenbanden. Mittendrin steht die hübsche Besitzerin einer Spelunke, bei der alle Fäden zusammen laufen.

Umschlagsbild von „Die Untersuchungen von Lord Harold“
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#8 Michael Eichmair – Wie Leidenschaft für Mathematik und Menschen Freu(n)de macht

Michael Eichmair ist Universitätsprofessor für Mathematik an der Universität Wien.

In diesem Gespräch spricht Michael über seinen Werdegang und seine Studien in Österreich, England, USA und Deutschland. Nach Forschungsaufenthalten und Professuren u.a. in Stanford, am MIT, und an der ETH Zürich, wurde in Wien zum damals jüngsten Universitätsprofessor ernannt und hat ein einzigartiges Programm gestartet, das Menschen die Freude an Mathematik aufzeigen und erleben lassen soll. Mit Mathematik macht Freu(n)de bildet er Mathematikprofessoren aus, die dann Schülern und Studenten Mathematik in einer ganz anderen Form erleben lassen soll.

Wir sprechen auch seine Bekanntschaft mit der deutsch-stämmigen Stanford-Institutsadministratorin Isolde Field an, mit der ihm eine innige Freundschaft verbunden hat, und die 2007 im Alter von 81 Jahren verstarb.

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#7 Joachim Brandl: Kabarettist und Conférencier im Kabarett Simpl

Joachim Brandl ist Kabarettist und Conférencier im Kabarett Simpl, dem ältesten durchgehend bespielten Kabarett im deutschen Sprachraum.

In diesem Gespräch plaudert Joachim über seinen Werdegang, wie es sich anfühlt in den Fußstapfen legendärer österreichischer Kabarettgrößen wie Karl Farkas, Martin Flossmann, Maxi Böhm oder Fritz Grünbaum zu schreiten. Auch erzählt er uns einiges zum kreativen Prozess beim Erstellen der Nummern und Sketches, die Arbeit mit einem Ensemble, wie das Publikum jeden Tag anders ist, und was er noch auf seinem Lebensplan stehen hat.

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#6 Anna Iarotska: Gründerin von Robo Wunderkind

Anna Iarotska ist Gründerin von Robo Wunderkind, einem Start-Up das Roboterbaukästen für Kinder von 5-8 Jahren entwickelt hat und verkauft.

In diesem Gespräch erzählt uns die gebürtige Ukrainerin Anna von ihrem Werdegang, der Idee zu Robo Wunderkind mit ihren beiden Mitgründern, und welche Herausforderungen es gibt, ein Hardware-Unternehmen zu starten. Wir diskutieren auch inwieweit Programmieren eine wichtige Disziplin ist, die jede(r) erlernen sollte und wie Lehrern bei der Vermittlung geholfen werden kann.

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#5 Lars Thomsen: Zukunftsforschung, Tipping Points, Elektromobilität und Cannonball

Lars Thomsen ist Zukunftsforscher, Autoliebhaber, und lebt in der Nähe von Zürich. Er ist bekannt für seine Vorhersagen zu Elektromobilität, fährt sein vielen Jahren Tesla, zuerst das Model S, nun auf seinem bereits zweiten Model 3 und widerlegt viele Elektromobilitätsskeptiker mit seiner Praxiserfahrung und seinem systematischen Herangehen an Entwicklungen und dem Erkennen von relevanten Umbrüchen.

In diesem Gespräch plaudert er über seine Eindrücke von der Consumer Electronic Show 2020 (CES) in Las Vegas, seinem Besuch im Silicon Valley und den Erkenntnissen, die er daraus zog, sein Interesse an Autos im Allgemeinen und Elektroautos im Speziellen, wie er mit seinem Unternehmen Future Matters an seine Zukunftsvorhersagen rangeht und warum viele Entscheidungsträger in deutschen Unternehmen Schwierigkeiten haben, sich mit künftigen Entwicklungen und der Zukunft überhaupt auseinanderzusetzen und zu verstehen.

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Im Kopf von Sherlock Holmes

London im 19. Jahrhundert muss ein Sündenpfuhl gewesen sein, in dem sich Mörder und Totschläger und sonstige dunkle Verbrecher sich ein Stelldichein gegeben haben müssen. So jedenfalls, will man der Kriminalliteratur aus dieser Zeit Glauben schenken.

Zu Londons Glück beherbergt die Stadt aber einen aussergewöhnlichen Schrecken der üblen Burschen, und dieser ist uns wohl bekannt. Sherlock Holmes mit seiner scharfen Logik und seinem etwas einfältigen Sidekick Watson – ein Doktor, nicht weniger – legen den Halunken in vielen Geschichten das Handwerk.

Kein Wunder, dass mehr als 130 Jahre nach dem ersten Auftritt dieses Gespannes aus der Feder von Sir Arthur Conan Doyle die Geschichten noch immer faszinieren und Neuinterpretationen hervorbringen. Das Comicalbum Im Kopf von Sherlock Holmes (Originaltitel: Dans la tête de Sherlock Holmes) führt den Leser in anderer Weise an die Figur heran. Wir können buchstäblich die Gedankengänge Holmes in seinem Kopfe sehen und wie er den Fall der skandalösen Eintrittskarte anhand der Indizien analysiert und löst.

Albumcover von Dans la tête de Sherlock Holmes
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Der Meister des Teppichs

Das Morgenland und das dunkle Russland kommen in diesem entzückenden Comicalbum zusammen, das vom alternden Teppichhändler Fedor handelt, der durch die Weiten des Landes zieht, vor dem die moderne Zeit nicht halt gemacht hat. Die moderne Zeit ist in Form von Parkett- und Holzfußböden in die Häuser gezogen – eine Entwicklung, die Teppiche, die vor der Kälte von Stein- oder Lehmboden schützten, langsam überflüssig macht.

Doch noch mehr Sorgen bereiten Fedor Stirnrunzeln: er spürt sein Alter und ihn bekümmert, dass er keinen Nachfolger für seine Profession hat. Da läuft ihm der junge Danil auf der Flucht vor den Häschern des Bojaren Nazar Alymoff vor den Schlitten. Weil er den Lieblingswindhund der Herrschers getötet hat, droht ihm die Todesstrafe. Fedor reagiert instinktiv, bereitet einen fliegenden Teppich aus und sucht mit Danil – seine anderen Teppiche zurücklassend – in die Weite.

Albumcover von Le maître des tapis
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Die unglaublichen Abenteuer des Schwindlers Pablo von Segovia

Man möchte es kaum glauben, aber es sollte 150 Jahre dauern, bis religiöse Texte oder Pamphlete endlich von weltlichen Druckschriften in der Auflagengröße abgelöst wurden. Seit der Erfindung des Buchdruckes durch Johannes Gutenberg zählten vor alle die Bibel und Martin Luthers Pamphlete zu den Bestsellern. Luther war so populär, dass damals ein Drittel aller Druckschriften aus seiner Feder stammten.

Anfang des 17. Jahrhunderts begann sich eine neue Gattung an Schriften zu etablieren, nämlich der Roman. Der erste belletristische Bestseller der gedruckten Buchgeschichte war Don Quijote von Miguel de Cervantes. Der trauriger Held der Erzählung ist uns mit seinem Kampf gegen die Windmühlen und seinem treuen Diener Sancho Panza auch vier Jahrhunderte später noch wohl bekannt.

El Buscón

Cervantes Roman inspirierte eine Reihe von Autoren und 1626 erschien in Spanien Die Geschichte und das Leben des Schwindlers genannt Don Pablos, Vorbild für Vagabunden und Elendige (Originaltitel: Historia de la vida del Buscón, llamado Don Pablos, ejemplo de vagamundos y espejo de tacaños) von Francisco de Quevedo.

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