Alle Beiträge von Mario Herger

Ätsch, ich lebe noch!

Was typischerweise nur die Lektüre von Richtern, Polizei und Staatsanwälten ist, wurde 2006 zum unerwarteten Bestseller. Zuerst in Italien und dann weltweit stürmte das Erstlingswerk Gomorrha von Roberto Saviano die Bestsellerlisten. Darin schilderte der Neapolitaner aus eigener Erfahrung und mit viel Recherche das Wirken der Mafiaorganisation Camorra in seiner Heimatstadt und nannte die Anführer und Täter bei vollem Namen.

Wegen dieser Aufmerksamkeit wurde er zum Ziel der Mafia und lebt seither unter ständigem Polizeischutz. Und übers dieses, sein eigenes bedrohtes und isoliertes Leben schildert der Comic „Je suis toujours vivant“ („Ich bin immer noch am Leben“), vom Zeichner Asaf Hanuka eindrucksvoll in Szene gesetzt.

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#19 Ewa Kasp – „Oida, man darf sich nix scheiß’n“

Ewa Kasp ist Schauspielerin, die in Paris, New York, Toronto gelebt hat und jetzt wieder in Wien wohnt.

Vor 5 Jahren behandelte sie ihr Heimweh nach Wien, indem sie ein Video aufnahm, das mit mehreren Millionen Zugriffen viral gehen sollte. Die Erklärung des Begriffs Oida katapultierte sie in die Herzen der Österreicher.

Woher sie eigentlich stammt, wie sie in die Schauspielerei kam, was ihre nächsten Pläne sind, dass sie eigentlich besser kocht als ihre Videos vermuten lassen, und was sie jungen Schauspielinteressierten empfiehlt, das besprechen wir in diesem Podcast.

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Knallt Ramirez doch endlich ab!

Der stumme Staubsaugermechaniker Jacques Ramirez will nichts anderes, als in Ruhe seinen Job zu machen. Und den macht er sehr gut. Dafür wird er nach Jahren in seiner Firma Robotop zum Mitarbeiter des Jahres ernannt, kurz bevor das Gebäude samt seinem Chef und den dort versammelten Journalisten in die Luft fliegt.

Ramirez wurde von seiner dunklen Familiengeschichte eingeholt, mit der er nie etwas zu tun haben wollte und einen ganz andere Weg beschritten hatte. Doch ein mexikanisches Drogenkartell, ein kaltblütiger Killer und die beiden Thelma & Louise-Charaktere Chelsea Tyler und Dakota Smith kreuzen seinen Weg und hinterlassen eine blutige Spur. Doch ganz so unbescholten ist auch Jacques Ramirez Vergangenheit nicht und die Geschichte verkompliziert sich.

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#18 Martin Rauchbauer – Kunst, Kultur und Konsul

Martin Rauchbauer ist ehemaliger Journalist und Diplomat. Er lebt und arbeitet in San Francisco.

In diesem Gespräch mit Martin gehen wir auf die besondere Bedeutung des Silicon Valley und der Notwendigkeit eines österreichischen Konsulat ein. Martin hat dieses gegründet und schildert von den Anfängen, den Zielen, und den Österreichern die hier vor Ort leben und wie sich deren Mindset unterscheidet. Martin stammt aus Eisenstadt im Burgenland, und fing nach Schule und Studium als Journalist für den ORF und das Magazin Format an, bevor er dann im Außenministerium seine Karriere als Diplomat begann. Er erzählt uns auch über die Bedeutung von Österreich als Land der Kunst und Kultur im Ausland, und was er da im Silicon Valley so vorfand.

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Ein Mörderischer Herbst an der Somme

Ein Industrieller wird an seinem eigenen Blut erstickt auf einer gestrandeten Yacht gefunden, und die Polizei tappt im Dunkel. Denn eigentlich war Alexandre de Breucq bei allen beliebt.

Inspektor Broyan, von der Pariser Polizei macht sich auf die Suche nach dem Mörder und stößt dabei auf immer tiefere Abgründe des getöteten und wird dabei mit seiner eigenen Familiengeschichte konfrontiert.

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Ein Magazin fürs zarte Männergemüt

Wer The New Yorker oder The Chicagoan als Magazinliebhaber des jazz-Zeitalters wegen ihrer exzellenten Berichte und der künstlerischen Titelblätter schätzt, wird an der zweibändigen Comicalbumserie Gentlemind viel Freude haben.

Die Geschichte spielt in den 1940er Jahren, wo das Showgirl Gina Navit dem aufstrebenden Illustrator Arch Parker als Muse und Liebe dient. Von Geldsorgen geplagt entscheidet sich Arch zur Kriegsberichterstattung nach Europa zu gehen. Gina, die sich vor Verehrern nicht retten kann, bricht das Herz und heiratet den reichen Unterhaltungsmagnaten Powell. Als dieser stirbt, erbt Gina seinen Besitz, inklusive ein dahin siechendes Herrenmagazin, das sie durch eine erfolgreiche Veränderung der Berichte und Grafiken zum Erfolg wird.

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Trockenreinigung im Regen

Der Einzelgänger François arbeitet für einen Wäschereinigungsdienst als Botenfahrer und führt ein sehr unaufgeregtes und routiniertes Leben. Sein glücklichster Augenblick des Tages ist der Besuch bei der alleinerziehenden Maryvonne, die einen Zeitungsstand betreibt und bei der François seinen Lottoschein abgibt und die Zeitung kauft.

Seit 17 Jahren spielt er dieselben Lottonummern und verspricht Maryvonne und ihrer an Asthma erkrankten Tochter von seinem Lottogewinn, auf den er jedes Woche aufs Neue hofft, eine Wohnung am Meer zu kaufen. Seine Routine ändert sich, als er einen neuen Fahrer namens Alain einschulen soll, der ihm einige Nerven kostet. Als sie dann noch eine Lieferung an einen außerhalb Paris gelegenen Ort machen müssen, kippt François ganzes Leben mit einem Schlag.

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2021: Mein Jahr in Büchern

Schon letztes Jahr stellte ich ein paar Bücher vor, die ich während des ersten Pandemiejahres 2020 gelesen habe, und 2021 konnte ich eins drauflegen. Die Pandemie ist immer noch da, neue Varianten kommen und dominieren, und das lässt Zeit zum Lesen.

So habe ich dieses Jahr 87 Sachbücher, 109 (zumeist französische) Comics, ein paar Bildbände, Kinderbücher und jede Menge Magazine gelesen. Auch habe ich auf ebay etwa hundert alte Micky Maus-Hefte erwarben, die ich zur Hälfte durch habe.

Die (fast) gesamte Liste der Comics und Bücher habe ich auf Librarything stehen, wo ich seit Jahren diese Inhalte pflege.

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Der Mann, der Comics liebt

Wie ein durchgeknallter Comic, unsere Französischlehrerin und ein Zufallsfund meine Comicsammelleidenschaft neu erweckten.

Im Wiener Bezirk Floridsdorf, auf der östlichen Seite der Donau, befand sich in der Nähe unserer damaligen Wohnung ein sogenannter Gemeindebau, eine von der Stadt Wien in den 1920er Jahren errichtete und betriebene Wohnausanlage, die über Geschäfte, Kindergärten, Arztpraxen und einen Bauernmarkt verfügte. Solche Gemeindebauten wie der Schlingerhof waren kleine Dörfer in der Stadt und als Kind waren das unsere Orte, wo wir Erfahrungen sammelten und unsere ganze Welt lag.

In den Arkaden dieses Gemeindebaus befanden sich Geschäftslokale, unter anderen ein Romantauschgeschäft. Dieses existiert schon lange nicht mehr, aber hier ist ein Foto von Google Maps, wie es dort aktuell aussieht.

Der Schlingerhof im 21. Bezirk in Wien, mit Geschäftslokalen in den Arkaden, in denen sich Ende der 1970er Jahre ein Romantauschgeschäft befand, das ich einmal wöchentlich aufsuchen durfte.

In einer der Arkaden befand sich ein Romantauschgeschäft, und in dem konnte ich, damals noch Volksschüler, 10 alte gebrauchte Comicheftchen gegen 10 neue gebrauchte Comicheftchen umtauschen. Für 10 Schilling, das damals etwa 1,5 D-Mark waren, und nach dem Umrechnungskurs 71 Cent entsprechen, was inflationsbereinigt heute ca. €1,90 wären.

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Bezaubernde Djinn – Ein (erotischer) Ausflug in die Welt der Sultane, Göttinnen und Maharadschas

Wer mit der Fernsehserie Bezaubernde Jeannie aufgewachsen ist, ist bereits mit der Welt der Flaschengeister vertraut. In dieser Serie aus den 1960er Jahren fand der von Larry Hagman gespielte Astronaut Tony Nelson an einem Strand eine Flasche, in der sich der von Barbara Eden gespielte Flaschengeist („Dschinn“) Jeannie verbarg. Ihre Zauberkräfte (und Eifersucht) brachten Tony Nelson immer wieder in Bedrängnis.

Knapp sechzig Jahre später schufen der französische Szenarist Jean Dufaux und die spanische Zeichnerin Ana Miralles die Comic-Serie Djinn, von der 13 Bände erschienen sind. Hatte schon die Bezaubernde Jeannie einen definitiv erotischen Unterton in der Beziehung zwischen Nelson und Jeannie, so wird es viel expliziter in dieser Comicserie. Und auch der Nachnamen der Protagonisten zeigen eine Referenz zur Fernsehserie.

In den Alben, deren Geschichten in drei Zyklen in der Türkei, Afrika und Indien stattfinden, gibt es zwei zusammenhängende Erzählstränge. Kim Nelson, die im heutigen London aufgewachsen ist, macht sich auf die Suche nach der Geschichte ihrer Mutter und Großmutter Jade, die ein Dschinn gewesen sein soll. Ihre Magie als Dschinn bestand darin, dass sie Frauen und Männer dazu bringen konnte, sich hoffnungslos in sie zu verlieben und für sie alles aufzugeben, ja selbst in den Tod zu gehen. Für eine Dschinn bedeutet das allerdings, dass sie selbst nie Liebe empfinden kann, so sehr sie es sich wünscht, und damit unweigerlich alle Beziehungen zerbrechen.

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