Gibt es Unterschiede in der Liebe? Knirpse philosophieren zu Tiefschürfendem

Gelegentlich fällt einem ein Comicband in die Hände, wo man sich fragt, wo dieser wohl all die Jahre gesteckt hat? So ging es mir mit Pico Bogue, einer Comicserie eines Jungen, seiner Familie und seinen Freunden, die von Zärtlichkeit und Witz geprägt ist, und die neunmalklugen Protagonisten in Kontrast zur Welt der Erwachsenen stellt.

Dass der Stil vom Zeichner Alexandris Dormal dem von Sempé ähnelt, der u.a. mit den Illustrationen zum Der kleine Nick bekannt ist, erleichtert die Sache. In Kombination mit den gefühlvollen und heiteren Geschichten der Szenaristin Dominique Roques ergibt sich eine sehr süßes Gesamtwerk.

Schon die erste kurze Geschichte (siehe Abbildung) zeigt das anschaulich. Pico philosophiert bei einem Stück Kuchen mit seiner kleinen Schwester, ob sich die Liebe gleicht. Ist die Liebe zu einem Mädchen vergleichbar mit der zu einem Stückchen Kuchen? Seine Schwester meint, dass es so sei, und lenkt ihren Bruder ab. Als Pico sich wieder umdreht, sieht man ihr Mäulchen mit Kuchen beschmiert, und auf seinem Teller gähnt die Leere, wo vorher derselbe Kuchen war. Mit weisen Worten schließt sie die Diskussion zur Liebe ab:

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Trotz allem – Die Geschichte einer Liebe

Zuerst dachte ich, irrtümlich den zweiten Band dieses Comics aus der Hand des spanischen Comiczeichners Jordi Lafebre gekauft zu haben, denn die Nummerierung begann bei Kapitel 20. Sehr rasch stellte sich heraus, dass die Geschichte von Malgré Tout chronologisch von hinten erzählt wird.

Die Geschichte der Protagonisten Ana, einer sechzigjährigen Bürgermeisterin einer Kleinstadt, und Zeno, einem ebenso alten Buchhändler, beginnt mit einem Spaziergang im Regen, den die beiden Arm in Arm unternehmen. Im Verlauf der Erzählung stellt sich heraus, dass Ana verheiratet ist und einen Sohn hat, während Zeno erst vor kurzem zum Buchhändler geworden war und den Großteil seines Lebens fern von seiner Heimatstadt auf dem Meer verbracht hatte.

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#17 Til Mette – Ein Cartoonist auf dem Kraftrad

Til Mette ist Künstler und Cartoonist. Er lebt und arbeitet in Hamburg und ist für seine Cartoons im stern und dem Weser-Kurier bekannt.

In diesem Gespräch schildert uns Til über seinen Arbeitsalltag, seinen frühen Drang zum Zeichnen und wie Deadlines der Kreativität förderlich sind. Seit mehr als 25 Jahren zeichnet er wöchentlich für den stern. Nach 15 Jahren Aufenthalt in New York und New Jersey verfolgt er die politische Lage in den USA ganz genau. Er gibt einen Einblick in die sich ändernde Medienlandschaft und die damit sich verschlechternde Lage von Cartoonisten, die immer weniger von ihrer Arbeit leben können. Wir plaudern auch ausführlich über die politische Korrektheit und die zunehmende Erregung durch Moralunternehmer über Karikaturen und damit einhergehende Selbstzensur. Auch lüftet Til den Vorhang über seine Liebe zu Krafträdern und Oldtimern.

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#16 Thilo Krapp – Von Marsianern und Mäusen in Berliner Kaufhäusern

Thilo Krapp ist Illustrator und Comiczeichner. Er lebt und arbeitet in Berlin und lehrt an der Berufsfachschule „Akademie für Illustration und Design“ das Fach Comic/Graphic Novel.

In diesem Gespräch schildert er seinen Werdegang und seine frühe Faszination mit Comics. Wir sprechen über die Art, wie er an die Schaffung von Comics herangeht und dabei ausgiebige Recherchen zu Details aus den jeweiligen Epochen seiner Geschichten macht. Dabei erfahren wir auch  mehr über sein Interesse an klassischer Science-Fiction aus dem 19 und frühen 20 Jahrhundert, wo er nach „Krieg der Welten“ von H.G. Wells nun gerade Jules Vernes „20.000 Meilen unter dem Meer“ fertigstellt. Wir reden auch über seine Sachbilderbücher Émile in Paris und Émile in Berlin, die durch ihre Liebe zum historischen Detail hervorstechen, sowie seine musikalisch von seinem Mann begleiteten Vortragsabende.

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#15 Aprajita Jain – Indische Weihnacht und die Liebe zu Bollywoodfilmen

Aprajita Jain ist Chief Brand Marketing Evangelist at Google und lebt in der San Francisco Bay Area. Ihre Eltern stammen aus Indien und zogen Mitte der 1970er Jahre nach Deutschland, wo sie in Idar-Oberstein aufwuchs und dort den Kindergarten und die Schule besuchte. nach einem BWL Studium an der Universität des Saarlandes trat sie 2004 eine Stelle bei Google an.

In diesem Gespräch erzählt uns Aprajita, wie es dazu kam, dass ihre Eltern nach Deutschland zogen, warum sie in Los Angeles geboren wurde, und wie sie ihre Kindheit als eine der wenigen indischen Familien in einer deutschen Kleinstadt erlebte. Wir sprechen auch über ihre Liebe zu Bollywoodfilmen, was Third Culture Kids sind, wie sie zwischen den Kulturen wechseln kann und dabei mit Hindi, Deutsch, Englisch und Französisch durch die Welt kommt und damit immer wieder für Überraschungen sorgt. Und auch, warum sie immer einmal Weihnachten in einer deutschen Familie mitfeiern wollte.

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#14 Dr. Wolfgang Petritsch – Wie man als Diktator eine Demokratie einrichtet

Wolfgang Petritsch ist Diplomat, Politiker und Schriftsteller. Aufgewachsen in Glainach, im slowenischsprachigen Teil von Kärnten, als Sohn von Wirtsleuten, lernte er schon von klein auf zwei Sprachen und Kulturen kennen. Er studierte in Wien Geschichte, Germanistik und Politwissenschaft und war von 1977 bis 1983 Sekretär und Pressesprecher des damaligen Bundeskanzlers Bruno Kreisky. Er wurde 1997 zum österreichischen Botschafter in Belgrad ernannt, und diente von 1998 und 1999 als EU-Sonderbeauftragter für das Kosovo, wo er den Wiederaufbau des vom jugoslawischen Bürgerkrieg versehrte Land übersah. Er ist auch Präsident der Marshallplan Foundation, die u.a. den Austausch von StudentInnen, ProfessorInnen und ForscherInnen zwischen den USA und Österreich fördert.

Viel mehr Details zu seinem umfangreichen Wirken und Schaffen finden sich auf seiner Website.

In diesem Gespräch schildert Wolfgang seinen Werdegang, die Besonderheiten einer Kindheit im  slowenischsprachigen Teil Kärntens, und seine Arbeit mit dem legendären österreichischen Bundeskanzler Bruno Kreisky. In seiner Rolle als EU-Sonderbeauftragter für das Kosovo erzählt Wolfgang, welche Herkulesaufgabe auf ihn zugekommen war, in einer Rolle, die ihm absolute Autorität gab und die ihn zwang, einen gewählten Premierminister und 120 Politiker zu entlassen. Zum Abschluss gehen wir auch auf die Chancen und Risiken neuer Technologien ein, nicht zuletzt weil er in seinem Buch Epochenwechsel bereits 2018 eine Einrichtung einer Internationalen Agentur für Künstliche Intelligenz, ähnlich der Internationalen Atomenergie Behörde (IAEA), forderte.

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#13 Simone Harre – Ist in China das Glück ein Vogerl?

Simone Harre ist Schriftstellerin und Glücksforscherin. Aufgewachsen in Freiburg studierte sie Germanistik, Theater-, Film- und Fernsehwissenschaften und Kunstgeschichte in Erlangen und Köln. Seit mehr als einem Jahrzehnt beschäftigt sie sich mit Glück, forscht danach und interviewt dazu Menschen in Deutschland und China.

In diesem Gespräch gehen wir auf ihren Werdegang ein, sowie die Erlebnisse in China in den Interviews mit unterschiedlichen Persönlichkeiten. Wir plaudern über den technologischen Fortschritt in China, den Mao-Doppelgänger, die Einstellung der Chinesen zu Wohltätigkeit und die ganze Dynamik des Landes, allerdings doch mit der Erkenntnis der Interviewten, dass sie sich immer mehr Fragen zu Glück und dem Sinn stellen. Simone erzählt auch von der deutschen Stadt Qingdao, sowie was Glück ist und wie Deutsche und Chinesen dieses sehen und zu erreichen versuchen.

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#12 Viktor Mayer-Schönberger – Von Denkrahmen und Hofnarren im Weltall

Viktor Mayer-Schönberger ist Professor am Oxford Internet Institut, studierte Jus und gründete im zarten Alter von 20 Jahren die erfolgreiche Softwarefirma Ikarus zu einer Zeit, als der Begriff Start-Up noch nicht existierte Nach Forschungsaufenthalten in Harvard, Singapur und Graz lehrt und forscht er nun in Oxford zu  Internet Governance and Regulation. Er ist der Autor mehrerer Bücher zu Big Data, Datenschutz und Denkmodellen. Er ist auch Mitglied im Digitalrat der Deutschen Bundesregierung.

In diesem Gespräch gehen wir auf seinen Werdegang ein, der ihn Jus studieren ließ, plaudern über seine Teilnahme an Physikolympiade und einem Programmierwettbewerb, und wie er eine Softwarefirma gegründet hat. Danach diskutieren wir die Themen, die er in seinen bisherigen Büchern behandelt hat, wo er auf das Recht vom Vergessenwerden oder einem Fokus auf Datennutz statt Datenschutz plädiert, und in seinem neuesten Buch mit seinen Koautoren vorstellt, wie ein alternatives Framing, also alternative Gedankenmodelle zu neuen Ideen in unsicheren Zeiten führen können.

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#11 Francis Kremer – Wenn ein Deutscher durch China radelt

Francis Kremer 福兰 ist Deutscher, der seit einigen Jahren in China lebt und in seinem China Flexpat-Podcast Deutsche über deren Leben in interviewt. Er arbeitet bei einem Maschinenbauunternehmen, das als Zulieferer für die starke chinesische Elektroautoindustrie dient.

In diesem Gespräch gehen wir auf das Leben in China und das Arbeitsleben im Reich der Mitte für einen  deutschen Ex-Patriat ein. Auch, was es heißt durch China zu radeln und wie man mit chinesischen Schwiegermüttern umgeht.

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Der Finanzminister und sein „Wenn ein anderer Eindruck entstanden ist, tut mir das leid…“

Der österreichische FinanzministerGernot Blümel (ÖVP) steht unter Beschuss. Der Verfassungsgerichtshof hat den Minister im Rahmen des parlamentarischen „Ibiza“-Untersuchungsausschuss aufgefordert, E-Mails aus dem Ministerium zur Untersuchung zu liefern. Der Untersuchungsausschuss wurde nach einem devastierenden Video einberufen, der zum Sturz der Regierung Kurz I geführt hatte, weil der damalige Bundeskanzler und FPÖ-Parteichef Heinz-Christian Strache darin zu sehen ist, wie er einer vermeintlichen Oligarchentochter gemeinsam mit seinem damaligen Klubobmann und Nationalratsabgeordneten Johann Gudenus, verschiedene Angebote macht, die sich um Wahlbeeinflussung und staatliche Auftragsvergabe drehen.

Im Rahmen des Untersuchungsausschuss wurden dabei weitere fragwürdige Details über Postenvergaben in der ÖVP-FPÖ-Koalitionsregierung (Kurz I) bekannt, die zur Aufforderung nach Lieferung der E-Mails aus dem Finanzministeriums führte und möglicherweise für die ÖVP kompromittierende Inhalte haben könnten.

Erst nach Fristablauf und verfassungsrechtlich gesicherter Androhung durch den Bundespräsidenten in seiner Rolle als Exekutor, in solch einem Fall die Akten durch das österreichische Bundesheer einzuholen, lieferte Blümel die Akten. Tausende E-Mails auf 65.000 Seiten ausgedruckt in Kartons scheinbar auch nicht geordnet. Die verspätete Ablieferung ist ein einmaliges Ereignis in Österreich, das Experten zufolge einen Verfassungsbruch darstellt.

Der Finanzminister wurde in die ZIB2, Österreichs wichtigster Nachrichtensender im größten Fernsehsender, eingeladen und von Armin Wolf dazu befragt. Hier ist das gesamte Interview:

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