Im Kopf von Sherlock Holmes

London im 19. Jahrhundert muss ein Sündenpfuhl gewesen sein, in dem sich Mörder und Totschläger und sonstige dunkle Verbrecher sich ein Stelldichein gegeben haben müssen. So jedenfalls, will man der Kriminalliteratur aus dieser Zeit Glauben schenken.

Zu Londons Glück beherbergt die Stadt aber einen aussergewöhnlichen Schrecken der üblen Burschen, und dieser ist uns wohl bekannt. Sherlock Holmes mit seiner scharfen Logik und seinem etwas einfältigen Sidekick Watson – ein Doktor, nicht weniger – legen den Halunken in vielen Geschichten das Handwerk.

Kein Wunder, dass mehr als 130 Jahre nach dem ersten Auftritt dieses Gespannes aus der Feder von Sir Arthur Conan Doyle die Geschichten noch immer faszinieren und Neuinterpretationen hervorbringen. Das Comicalbum Im Kopf von Sherlock Holmes (Originaltitel: Dans la tête de Sherlock Holmes) führt den Leser in anderer Weise an die Figur heran. Wir können buchstäblich die Gedankengänge Holmes in seinem Kopfe sehen und wie er den Fall der skandalösen Eintrittskarte anhand der Indizien analysiert und löst.

Albumcover von Dans la tête de Sherlock Holmes
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Der Meister des Teppichs

Das Morgenland und das dunkle Russland kommen in diesem entzückenden Comicalbum zusammen, das vom alternden Teppichhändler Fedor handelt, der durch die Weiten des Landes zieht, vor dem die moderne Zeit nicht halt gemacht hat. Die moderne Zeit ist in Form von Parkett- und Holzfußböden in die Häuser gezogen – eine Entwicklung, die Teppiche, die vor der Kälte von Stein- oder Lehmboden schützten, langsam überflüssig macht.

Doch noch mehr Sorgen bereiten Fedor Stirnrunzeln: er spürt sein Alter und ihn bekümmert, dass er keinen Nachfolger für seine Profession hat. Da läuft ihm der junge Danil auf der Flucht vor den Häschern des Bojaren Nazar Alymoff vor den Schlitten. Weil er den Lieblingswindhund der Herrschers getötet hat, droht ihm die Todesstrafe. Fedor reagiert instinktiv, bereitet einen fliegenden Teppich aus und sucht mit Danil – seine anderen Teppiche zurücklassend – in die Weite.

Albumcover von Le maître des tapis
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Die unglaublichen Abenteuer des Schwindlers Pablo von Segovia

Man möchte es kaum glauben, aber es sollte 150 Jahre dauern, bis religiöse Texte oder Pamphlete endlich von weltlichen Druckschriften in der Auflagengröße abgelöst wurden. Seit der Erfindung des Buchdruckes durch Johannes Gutenberg zählten vor alle die Bibel und Martin Luthers Pamphlete zu den Bestsellern. Luther war so populär, dass damals ein Drittel aller Druckschriften aus seiner Feder stammten.

Anfang des 17. Jahrhunderts begann sich eine neue Gattung an Schriften zu etablieren, nämlich der Roman. Der erste belletristische Bestseller der gedruckten Buchgeschichte war Don Quijote von Miguel de Cervantes. Der trauriger Held der Erzählung ist uns mit seinem Kampf gegen die Windmühlen und seinem treuen Diener Sancho Panza auch vier Jahrhunderte später noch wohl bekannt.

El Buscón

Cervantes Roman inspirierte eine Reihe von Autoren und 1626 erschien in Spanien Die Geschichte und das Leben des Schwindlers genannt Don Pablos, Vorbild für Vagabunden und Elendige (Originaltitel: Historia de la vida del Buscón, llamado Don Pablos, ejemplo de vagamundos y espejo de tacaños) von Francisco de Quevedo.

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Midi Pile – Eine bezaubernde Geschichte im Scherenschnitt

Gelegentlich fällt einem ein Werk in die Hände, das man nur mit Ehrfurcht und mit Fingerspitzen berühren möchte und das eine Geschichte erzählt, die mit viel Feingefühl berührt. In der Kinderbuchabteilung des Buchgeschäftes Librairie Kléber im elsässischen Strasbourg stieß ich das Kinderbuch Midi Pile, das die Abenteuer des kleinen Hasen Jacominus Gainsborough erzählt.

Rébecca Dautremer ist die einzigartige Erzählerin und Künstlerin hinter den Erlebnissen von Jacominus und hat sie in einem ersten Kinderbuch Das Stundenbuch des Jacominus Gainsborough uns bereits nähergebracht. Mit Midi Pile nimmt sie die LeserInnen an der Hand zu einer ganz wunderbaren Fortsetzung seiner Abenteuer. Das Buch ist durchgehend in koloriertem Scherenschnitt gehalten und führt uns aus der Perspektive des kleinen Hasen durch die Geschichte.

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#4 Bernd Ertl: Die Kunst der Karikatur

Bernd Ertl ist Karikaturist und Künstler in Wien. Seine Karikaturen sind einerseits bekannt für seinen einzigartigen Humor, und andererseits für die hohe Qualität der Ausführung. Zu seinen bekanntesten Werken zählt eine Karikatur von Sarah Jessica Parker (Sex in the City) und ein geniales Porträt von Prince Charles. Auf seiner Website ausgezeichnet.com findet sich sein Portfolio und seine Kontaktinformationen, auf seiner Facebook-Seite sind aktuelle Werke zu finden.

Er ist auch der Mitgründer der Facebooks-Seite Caricaturama Showdown 3000! und organisiert jedes Jahr die Eurocature, die mehrere dutzend Karikaturisten aus aller Welt zu einer Woche intensiven Austausch zusammenbringt. Die nächste Eurocature findet vom 27. März bis 1. April 2020 in Wien statt, die Ausstellung der Bilder wird bis September bei der Wien Energie Welt Spittelau zu sehen sein.

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Podcast #3: Christine Hoffmann & Andreas Salcher – Wie ein Silicon Valley-Besuch das Verständnis zu Künstlicher Intelligenz, Ausbildung, Medizin und Politik ändert

Christine Hoffmann ist Dermatologin in Wien und ließ sich 2018 auf eine Reise ins Silicon Valley ein. Bei einer von uns geführten Tour zog sie sehr rasch Lehren aus den Eindrücken und wie sich ihr Berufsfeld ändern wird.

Andreas Salcher ist Unternehmensberater, Autor und ehemaliger Polltiker. Er interessiert sich sehr für Aus- und Weiterbildung und hat sogar eine Schule für hochbegabte – die Sir Karl Popper Schule – gegründet. Seine letzten Bücher waren Das ganze Leben in einem Tag und Der talentierte Schüler und seine ewigen Feinde. Mehr zu ihm gibt es auf seiner Website und seinem Podcast Lebens Bildung.

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Podcast #2: Harald Havas – Austrian Superheroes, Comics und Kurioses

Harald Havas ist ein vielseitiger Autor und Künstler aus Wien. Ich bin ihm zum ersten Mal 2008 beim kurzlebigen österreichischen Satiremagazin Rappelkopf begegnet, und seither beobachte ich sein Schaffen. Als Buchautor ist er unter anderem für eine Serie von kuriosen geschichtlichen Fakten aus Wien und Österreich bekannt. Mit seinem schrulligen YouTube-Kanal zu lyrischen Lesungen von Songtexten gewann er weite Popularität unter jugendlichen Fans. Vor allem aber seine Liebe zu Comics hat ihm wohl die unerwartetsten Erfolge gebracht. Mit Comics gegen Rechts versammelte er eine Schar von Comiczeichnern gegen rechtes Gedankengut, und mit Austrian Superheroes (ASH) schuf er ein eigenes Superheldenuniversum für Osterreich – und mit Liga deutscher Superhelden (LDH) eines für Deutschland.

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Podcast #1: Michael Platzer von mostly.ai

Michael Platzer ist Mitgründer und CEO von mostly.ai, einem Start-up, das mit künstlicher Intelligenz Daten erzeugen kann, die echten Daten ähneln, aber nicht dieselben Probleme mit dem Datenschutz haben, die typischerweise bei der Anonymisierung von echten Daten geschehen. Michael organisierte auch den AI Summit in Wien, zu dem er dank seines dichten Netzwerkes führende Experten aus dem KI-Bereich aus aller Welt eingeladen hatte.

Im Café Prückel in Wien trafen wir uns an einem sonnigen Sommertag und diskutierten Fragen zu KI, den unterschiedlichen Formen von Maschinenlernen, den Schwierigkeiten mit „data bias“, und den Herausforderungen und Chancen mit der europäischen Datenschutzgrundverordnung.

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Mein abgearbeiteter Bücherstapel 2019

Zu den wichtigsten Tätigkeiten eines Autors und Redners zählt neben dem Schreiben, mit Leuten sprechen, Podcasts anhören und Vorträge halten vor allem eine Aufgabe: Lesen. Und zwar sehr viel lesen.

Schon als Kind vergrub ich mit in Comics aus dem Romantauschgeschäft und Zeitungen, auch wenn ich letztere offiziell gar nicht lesen durfte. Mein Vater wollte anfänglich nicht, dass ich sie lese, meine Mutter steckte sie mir aber immer heimlich zu. Bis zu dem Tag, wo mir dann mein Vater zum ersten Mal die Zeitung offiziell überreichte und ich sie somit nicht mehr im Verborgenen lesen musste.

Kein Wunder, dass in der Familienwohnung, die wir Anfangs der 80er Jahre in Wien im bezogen, dann plötzlich die Bücherregale und Familienbücher den Weg in mein Zimmer gefunden haben. Das Sammeln hat nicht aufgehört, sondern hat mit der Zeit immer mehr an Dynamik gewonnen. Heute habe ich eine Bibliothek, die sicherlich um die 3.000 Bücher umfasst. Ordnung gibt es recht wenig, zumindest aber pflege ich seit einigen Jahren eine Online-Liste, die aktuell vermutlich knapp ein Drittel meiner Bücher umfasst.

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Mafalda in Buenos Aires

In meiner Jugend fielen mir ein paar Mal Comicstrips mit einer kleinen Heldin namens Mafalda in die Hände. Damals war mir die Bedeutung dieses altklugen Mädchens nicht wirklich bewusst, sie war für mich nicht mehr als die Heldin eines Comicstrips wie Charlie Brown in den Peanuts gewesen. Später lernte ich von einem argentinischen Freund wie bekannt und beliebt Mafalda dort wäre. Doch erst ein Urlaub in Buenos Aires und eine Analyse zu Mafalda in Form einer politischen und sozialgeschichtlichen Untersuchung brachten mir den Comicstrip und dessen Bedeutung für Lateinamerika näher.

Flaniert man in Buenos Aires durch die Straßen, kann man die Menge an Mafalda-Zeichnungen in der Stadt nicht übersehen. Auf einem kleinen Plätzchen zwischen den Straßen Defensa und Chile findet sich zu jeder Tageszeit eine Schlange von Menschen, die geduldig darauf wartet, ein Foto mit Mafalda und ihren Freunden machen zu können.

Die Schlange vor der Mafalda-Statue

Die Statue befindet sich gegenüber des Hauses, in dem der Zeichner und Erfinder von Mafalda und ihren Freunden Joaquín Salvador Lavado Tejón, besser bekannt unter seinem Künstlernamen Quino, lebte. Seit der Aufstellung der Statue hat sich dieses Gebiet des Stadtteils San Telma zu einem Touristenspot entwickelt. Jedes Wochenende findet entlang der Defensa ein Künstlermarkt statt.

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