Laurel und Hardy – Die traurige Seite des Komik-Duos

Wer wuchs nicht mit den Kurzfilmen des vermutlich berühmtesten Komikerduos der Welt auf? Die Rede ist von Stan Laurel und Oliver Hardy, die an den 1920er die Menschen weltweit zu lachen brachten. Oliver Hardy, der immer auf seine Würde bedacht, das von Stan Laurel verursachte Chaos zu beherrschen versuchte, nur um es dann noch schlimmer zu machen.

In meiner Kindheit wurden regelmäßig im Vorabendprogramm die Schwarzweiß-Filme gezeigt, die üblicherweise vom großen deutschen Komiker Theo Lingen vorgestellt wurden. Im Gegensatz zu Charlie Chaplin, der in den 1930er und 1940er Jahren ein Superstar war, hat sich die Komik von Stan und Ollie bis heute erhalten.

Nun hat der italienische Comickünstler Gianluca Buttolo den beiden ein Denkmal gesetzt, indem er in einem tatsächlich stattgefundenen Telefonat zwischen Stan Laurel und Seth Owens, einem Schüler aus New York City, der eine Schularbeit zu den beiden macht, Laurel die Geschichte des Duos erzählen lässt, ohne zu beschönigen und mit vielen schmerzhaften Passagen.

Von den ersten Versuchen des aus England stammenden Stan Laurel im Vaudeville in den USA, wo er sich eine Kabine mit Charlie Chaplin geteilt hatte und er noch keinen Erfolg hatte, bis er dann auf Oliver Hardy stieß und sich langsam das Erfolgsduo abzeichnete. Auch erzählt Laurel über die jahrelang schlechten Verträge mit Hal Roach, die er und Oliver Hardy hatten und nach einem Bruch mit Roach dann zu Fox Studio gingen, wo sie aber keinen kreativen Einfluss hatten und Fox einfach nur Geld mit ihrem Namen machen wollte. Auch die Eheprobleme der mehrfach verheirateten Komiker trugen zu den Schwierigkeiten mit den Filmstudios mit.

Interessant ist auch, dass die beiden gar nicht richtig abschätzen konnten, wie populär sie eigentlich waren. – und damit ihre Verhandlungsposition gegenüber den Filmstudios falsch eingeschätzt hatten. Erst also sie 1933 von Hollywood über New York eine große Reise nach Europa unternahmen, merkten sie an den Menschenaufläufen am Hafen in New York und dann später in England, wie berühmt und beliebt sie waren. Eine weitere Reise nach England nach dem Ende des 2. Weltkriegs im Jahr 1948 war noch erfolgreicher und bestätigte sie in ihrem Werk.

Dieses recht sentimentale und einfühlsame Album ist 2023 im Verlag Oxymore erschienen.

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