Kidnapper, Mörder und Heiler im Südafrika der Post-Apartheid

Ein gekidnapptes Baby, ein Mord und niedergefackelte Bauernhöfe weißer Farmer sind mehr miteinander verknüpft, als Polizeileutnant Shane Sheppard je vermutet hatte. Und dass seine Geliebte, die Tochter eines schwarzen Politiker, zugleich auch eine Affäre mit dem führenden Politiker der radikalen weißen Partei hat, verkompliziert die Sache noch.

Im Südafrika nach der Apartheid sind noch lange nicht alle Probleme gelöst und die politischen Spannungen übertragen sich auf die weißen Farmer und ihre zumeist schwarzen Arbeiter. Und Sheppard wird mitten hinein geworfen. Die Autopsie des Mordopfers, eines schwarzen Landarbeiters, enthüllt Grausliches: im Magen findet sich menschliches Fleisch. Die Heiler, die man dort als Sangoma kennt, behandeln manche Krankheiten mit menschlichem Fleisch. Und da der Tote an AIDS litt, muss Sheppard die gesetzlosen Shantitowns aufsuchen, um herauszufinden, wen der Tote da verzehrt und wer ihm nach dem Leben getrachtet hat.

Dieses Album ist auf 150+ Seiten so intensiv in seinen verwobenen Geschichten, dass ich ihn mehrmals zur Seite legen musste, um zu verschnaufen. Doch immer wieder zogen mich die Story und die Zeichnungen in den Bann. Das Ende steht dem Drama über das ganze Album hinweg in Nichts nach. Absolut empfehlenswert.

Sangoma, die Verdammten von Cape Town, ist auf Französisch im Verlag Glénat erschienen und um €17,99 erhältlich.

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