Archiv der Kategorie: Humor

Gibt es Unterschiede in der Liebe? Knirpse philosophieren zu Tiefschürfendem

Gelegentlich fällt einem ein Comicband in die Hände, wo man sich fragt, wo dieser wohl all die Jahre gesteckt hat? So ging es mir mit Pico Bogue, einer Comicserie eines Jungen, seiner Familie und seinen Freunden, die von Zärtlichkeit und Witz geprägt ist, und die neunmalklugen Protagonisten in Kontrast zur Welt der Erwachsenen stellt.

Dass der Stil vom Zeichner Alexandris Dormal dem von Sempé ähnelt, der u.a. mit den Illustrationen zum Der kleine Nick bekannt ist, erleichtert die Sache. In Kombination mit den gefühlvollen und heiteren Geschichten der Szenaristin Dominique Roques ergibt sich eine sehr süßes Gesamtwerk.

Schon die erste kurze Geschichte (siehe Abbildung) zeigt das anschaulich. Pico philosophiert bei einem Stück Kuchen mit seiner kleinen Schwester, ob sich die Liebe gleicht. Ist die Liebe zu einem Mädchen vergleichbar mit der zu einem Stückchen Kuchen? Seine Schwester meint, dass es so sei, und lenkt ihren Bruder ab. Als Pico sich wieder umdreht, sieht man ihr Mäulchen mit Kuchen beschmiert, und auf seinem Teller gähnt die Leere, wo vorher derselbe Kuchen war. Mit weisen Worten schließt sie die Diskussion zur Liebe ab:

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#17 Til Mette – Ein Cartoonist auf dem Kraftrad

Til Mette ist Künstler und Cartoonist. Er lebt und arbeitet in Hamburg und ist für seine Cartoons im stern und dem Weser-Kurier bekannt.

In diesem Gespräch schildert uns Til über seinen Arbeitsalltag, seinen frühen Drang zum Zeichnen und wie Deadlines der Kreativität förderlich sind. Seit mehr als 25 Jahren zeichnet er wöchentlich für den stern. Nach 15 Jahren Aufenthalt in New York und New Jersey verfolgt er die politische Lage in den USA ganz genau. Er gibt einen Einblick in die sich ändernde Medienlandschaft und die damit sich verschlechternde Lage von Cartoonisten, die immer weniger von ihrer Arbeit leben können. Wir plaudern auch ausführlich über die politische Korrektheit und die zunehmende Erregung durch Moralunternehmer über Karikaturen und damit einhergehende Selbstzensur. Auch lüftet Til den Vorhang über seine Liebe zu Krafträdern und Oldtimern.

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AlphaSophia und die Robotergesetze

Eine Pandemie kann auch etwas Gutes haben. Sie kann einem die Zeit geben, endlich mal die lange aufgeschobenen Dinge zu erlernen, die man schon lange auf der Liste hatte, aber immer Auflüchte fand, sie im geschäftigen Alltag aufzuschieben.

Was war das bei mir? Bauchreden. Ich bewundere schon lange Bauchredner wie Jeff Dunham aus den USA, der mit Peanut, Walter oder Achmed „I kiiiill you“ the dead terrorist, bekannt ist, Darci Lynn (auch aus den USA) und Nina Conti aus England, oder Benjamin Tomkins, Sascha Grammel, Sebastian Reich oder Jörg Jará aus Deutschland, und viele mehr.

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#4 Bernd Ertl: Die Kunst der Karikatur

Bernd Ertl ist Karikaturist und Künstler in Wien. Seine Karikaturen sind einerseits bekannt für seinen einzigartigen Humor, und andererseits für die hohe Qualität der Ausführung. Zu seinen bekanntesten Werken zählt eine Karikatur von Sarah Jessica Parker (Sex in the City) und ein geniales Porträt von Prince Charles. Auf seiner Website ausgezeichnet.com findet sich sein Portfolio und seine Kontaktinformationen, auf seiner Facebook-Seite sind aktuelle Werke zu finden.

Er ist auch der Mitgründer der Facebooks-Seite Caricaturama Showdown 3000! und organisiert jedes Jahr die Eurocature, die mehrere dutzend Karikaturisten aus aller Welt zu einer Woche intensiven Austausch zusammenbringt. Die nächste Eurocature findet vom 27. März bis 1. April 2020 in Wien statt, die Ausstellung der Bilder wird bis September bei der Wien Energie Welt Spittelau zu sehen sein.

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Mafalda in Buenos Aires

In meiner Jugend fielen mir ein paar Mal Comicstrips mit einer kleinen Heldin namens Mafalda in die Hände. Damals war mir die Bedeutung dieses altklugen Mädchens nicht wirklich bewusst, sie war für mich nicht mehr als die Heldin eines Comicstrips wie Charlie Brown in den Peanuts gewesen. Später lernte ich von einem argentinischen Freund wie bekannt und beliebt Mafalda dort wäre. Doch erst ein Urlaub in Buenos Aires und eine Analyse zu Mafalda in Form einer politischen und sozialgeschichtlichen Untersuchung brachten mir den Comicstrip und dessen Bedeutung für Lateinamerika näher.

Flaniert man in Buenos Aires durch die Straßen, kann man die Menge an Mafalda-Zeichnungen in der Stadt nicht übersehen. Auf einem kleinen Plätzchen zwischen den Straßen Defensa und Chile findet sich zu jeder Tageszeit eine Schlange von Menschen, die geduldig darauf wartet, ein Foto mit Mafalda und ihren Freunden machen zu können.

Die Schlange vor der Mafalda-Statue

Die Statue befindet sich gegenüber des Hauses, in dem der Zeichner und Erfinder von Mafalda und ihren Freunden Joaquín Salvador Lavado Tejón, besser bekannt unter seinem Künstlernamen Quino, lebte. Seit der Aufstellung der Statue hat sich dieses Gebiet des Stadtteils San Telma zu einem Touristenspot entwickelt. Jedes Wochenende findet entlang der Defensa ein Künstlermarkt statt.

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Otto Waalkes vs Harry Potter Puppet Pals

Erinnert sich noch jemand an die virale Sensation Harry Potter Puppet Pals von 2007? Ja genau, die mit dem rhythmischen Tick-Tock und den Namen der Darsteller, die die einzelnen Puppen singen.

Nun ja, beim abendlichen Anschauen alter Otto-Compilations stoße ich auf einen Sketch aus den 1970ern, wo er im selben Rhythmus die Namen verschiedener Diktatoren abzählt: Dubček, Mao Zedong, King Kong, Idi Amin, Saddam, Honecker, …

Es scheint, als ob Ottos Sketch selbst auf älteren Quellen basieren muss, und die Harry Potter Puppet Pals den auch als Inspiration gehabt haben musste. Weiß jemand, welcher der Originalsong war?