Yps

Yps mit Gimmick – Ein nostalgischer Spaziergang

Gelegentlich treffen einen Erinnerungen aus der Kindheit und lassen einen in Nostalgie schwelgen. Für mich als Volksschüler in den 1970er Jahren war das begehrenswerteste Wochenmagazin YPS mit Gimmick. Diese Kinderzeitschrift unterschied sich damals von allen anderen insofern, als jedes mal ein öfter ein mehr wertloses als wertvolles Spielzeug – das Gimmick – beigelegt war.

Dieses musste, sofern es sich um irgend etwas aus Plastik handelte, erst zusammen gebaut werden. Manchmal war es ein Pulver oder einfach eine Plastikplane, die dann fantasievoll als „Urzeitkrebse“ oder „Abenteuerzelt“ angepriesen wurden. oft waren es wissenschaftliche Gimmicks, wie ein Hygrometer – ein Feuchtigkeitsmesser, der bei mir daran scheiterte, dass ich kein Haar finden konnte, das lang genug gewesen wäre, und das sich bei Feuchtigkeitsschwankungen zusammen zog oder ausdehnte und es so gesteuert hätte – oder dass andere Teile fehlten, wie beim Zeppelin zu dem ich kein Helium hatte. Oder schlicht spielten die Eltern nicht mit, wie bei den eckigen Eiern.

Während die Gimmicks meist schnell wieder kaputt waren, blieben noch die Comics im Heft. Und die waren doch von unterschiedlicher Qualität. Es gab einige originale Comics, die nur im Yps vorkamen, wie eben Yinnie+Yan, eine Fernsehcrew, die ihre wilden Abenteuer erlebte. Oder Yps, das zugleich auch der Name eines gestreiften Kängurus war.

Andere Comics stammten aus dem franko-belgischen Comicraum, die ins deutsche übersetzt worden waren und von Robin Ausdemwald, Pif, Gespenster Gmbh, Davy Crockett und Captain York von Trappern, Science Fiction und lustigen Comics alles umfasste.

Das originale Magazin erschien zwischen 1975 und 2000. Zwischen 2012 und 12017 gab es eine Neuauflage, die sich aber weniger an Kinder, als an die Kinder aus der Zeit ab 1975 richtete, die nun Erwachsene geworden waren. Es verwundert deshalb nicht, dass dieses sechsmal im Jahr erscheinende Heft vor allem nostalgische Reminiszenzen zu TV-Serien, Videospielen, Autos und sonstige Gadgets aus dieser Zeit waren. Auch durfte die Leserbriefecke mit Bildern Gimmicks im Einsatz und Leser vor ihrer Yps-Heftsammlung nicht fehlen. Die war schon in der Originalserie ein Fixpunkt.

Leider hat die Neuauflage nicht den Erfolg gebracht, wie vom Verlag erhofft, und so wurde Yps 2017 mit der Ausgabe 1282 und der Boombox als Gimmick wieder eingestellt. Bei mir leben die Ausgaben, die ich ergattern konnte, im Bücherregal in der Originalverschweißung.

Heute wäre Yps am Kinderzeitschriftenmmarkt nichts besonderes mehr. Es haben nun alle immer Gimmicks beiliegen. Es ist umgekehrt sogar außergewöhnlich, wenn ein Kindermagazin kein Spielzeug oder Pappkarton mitliefert. Spielzeughersteller wie Playmobil oder Lego geben sogar ihre eigenen Magazine heraus, und Partnerschaften mit Comics, Videospielen oder Filmstudios die dann die Charaktere aus diesen Marken beilegen sind üblich.

Für uns Kinder der 1970er Jahre war aber Yps das erste und einzige Magazin, das Gimmick beiliegen hatte. Egal ob sie funktionierten oder ob die Comics gut waren, wir liebten das Heft und konnten den neuen Erscheinungstermin kaum abwarten.

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