Beim Schmökern in deutschsprachigen oder französischen Buchhandlungen bemerke ich verstärkt, wie viel asiatische Literatur angeboten wird. Mit Mangas aus Japan oder Südkorea war das schon vor mehr als zwei Jahrzehnten zu sehen. Egal ob ich in den USA, Frankreich oder Deutschland in der Comicabteilung war, vor den Mangas saßen Jugendliche ins Lesen vertieft. Andere Abteilungen mit Jugendliteratur hingegen schienen weniger populär zu sein.
Ich selbst sammle französische Comics und immer wieder kommen mir dabei auch auf französisch erschienene Mangas in die Hände. Nicht nur das, auch illustrierte Bücher zu den Geistern und Dämonen.

Auch Filme mit aus China, Südkorea und Japan erfahren eine ungemeine Popularität und es ist einfacher als je zuvor, diese zu konsumieren. Musste man in der Vergangenheit einschlägige Videotheken und Programmkinos aufsuchen, um selbst Jackie Chan-Filme zu sehen, sind sie heute auf Knopfdruck auf Netflix und anderen Streamingservices abrufbar.
KPop Demon Hunters war 2025 einer dieser Filme, der ale Rekorde brach. Dieser südkoreanische Animationsfilm mit einer KPop-Girlband, die im Nebenjob auch noch Dämonen jagen, wurde zum absoluten Kulturphänomen.
Gerade wieder wird im Westen Quentin Tarantinos Kill Bill im Kino gezeigt. Zweiundzwanzig Jahre nach der Premiere wird vor allem auf die Referenzen auf japanische Filme in Tarantinos Werk hingewiesen.
Doch auch asiatische Romane erweisen sich unerwartet populär, wie die Büchertische zeigen. Egal in welcher Stadt ich welche Buchhandlung aufsuche, es gibt immer einen Tisch mit asiatischer Literatur. Selbst ich konnte nich daran vorbeigehen, ohne mir einige Bücher von mir unbekannten Autoren und Autorinnen zu kaufen.

Dabei ist mir ein Muster aufgefallen. Bei den Stoffen handelt es sich zumeist um einen Ort, um den sich die Handlung kristallisiert. Es kann eine Buchhandlung, ein Café, eine Schreibwarenhandlung, oder eine Telefonzelle sein, in der die Protagonisten aufeinandertreffen. Oft ist auch ein mystisches Thema mit verstrickt, bei dem die auftretenden Charaktere mit Toten kommunizieren. Oder es sind Schriftstücke und Gespräche, die sich um die Vergangenheit drehen.
Die Charaktere werden oft als schüchtern und introvertiert geschildert, die Schwierigkeiten haben, mit anderen Kontakt aufzunehmen, und die Leser besser verstehen, wieso die Geburtenrate in Japan so gering ist.
Die Geschichten lösen sich aus der modernen Gegenwart in ein Leben, das bisweilen recht altmodisch erscheint und wohl genau deshalb so anziehend wirkt. In diesen Romanen wird entschleunigt, traditionelle Riten und Gebräuche wie beim Teetrinken oder dem Schreiben eines handschriftlichen Briefes gehuldigt, und ein Mikrokosmos erstellt, in dem sich alle noch kennen und umeinander kümmern.
Was sagt das über uns aus? In einer Welt, die immer rasanter Veränderungen zu bringen und bedrohlicher scheint, bieten asiatische Romane eine aus der Zeit gefallene Wahl, sich aus der Gegenwart in eine Welt zu begeben oder sogar zu flüchten, in der die Einfachheiten des Lebens im Vordergrund stehen.
Ich bin auch nicht immun dagegen. So sehr ich von Innovationen und technologischen Fortschritten begeistert bin, so sehr schätze ich auch die Ruhe beim Lesen eines Buches, Trinken von Kaffee oder Tee und dem Ausklinken aus dem hektischen Alltag. Ein japanisches Teehaus in meinem Garten, um dort isoliert vom Alltag das Teetrinken zu zelebrieren steht schon seit langem auf meiner eigenen To-Do-Liste. Ich muss es wohl endlich anpacken.
Nachsatz
Mit asiatischer Musik meine ich natürlich nicht solche Ohrwürmer die diesen aus Singapur 😉
Oder diesen Hammer aus China:
Ein Gedanke zu „Manga, Romane, K-Pop und Filme aus Asien und ihre Popularität im Westen“